Höhenkrankheit: Alles, was Sie wissen müssen, um sicher in grossen Höhen zu reisen
Bereiten Sie sich auf ein Trekking in Nepal, eine Besteigung in den Anden oder einen Winterurlaub in den Alpen vor? Dann ist es wichtig, dass Sie sich gut auf die Höhe vorbereiten. Wie Sie vielleicht schon wissen, ist die Höhenkrankheit ein häufiges Risiko – sowohl für erfahrene Bergsteiger als auch für Freizeitwanderer. Diese Erkrankung, auch als akute Höhenkrankheit (AHK) bekannt, betrifft jedes Jahr Tausende von Reisenden. Und Vorsicht: Nur weil Sie sich in bester körperlicher Verfassung befinden, heißt das nicht, dass Sie davor gefeit sind!
In diesem Leitfaden stellen wir Ihnen die möglichen Symptome in großer Höhe vor sowie die richtigen Maßnahmen, um Beschwerden vorzubeugen oder sie in den Bergen zu bewältigen.
Hinweis: Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellen keine professionelle medizinische Beratung dar.
Was ist Höhenkrankheit?
Definition der Höhenkrankheit
Die Höhenkrankheit, auch akute Höhenkrankheit (AHK) genannt, ist eine Erkrankung, die durch Sauerstoffmangel bei zu schnellem Aufstieg in große Höhen verursacht wird. Da der Luftdruck mit zunehmender Höhe sinkt, nimmt auch die verfügbare Sauerstoffmenge ab – was zu mehr oder weniger starken Beschwerden führen kann. Zur Veranschaulichung: In 5.800 Metern Höhe enthält die Luft nur etwa die Hälfte des Sauerstoffs wie auf Meereshöhe.
ies führt zu einer Hypoxie (Sauerstoffmangel in den Geweben), die verschiedene Symptome auslösen kann, darunter Kopfschmerzen, Übelkeit, starke Müdigkeit, Schwindel oder Atemnot.
In schweren Fällen kann die Höhenkrankheit zu Ödemen führen – insbesondere Lungen- oder Hirnödemen. Deshalb ist es wichtig, sich vor Ihrer Reise zu informieren, um im Falle von Symptomen richtig reagieren zu können.
Risikofaktoren der Höhenkrankheit
Entgegen der landläufigen Meinung hängt die Höhenkrankheit nicht von Ihrer körperlichen Fitness ab. Der wichtigste Risikofaktor ist die Geschwindigkeit des Aufstiegs. Die Erklärung ist einfach: Ein zu schneller Aufstieg lässt dem Körper keine Zeit zur Anpassung! Die Schlafhöhe verstärkt die Symptome sogar stärker als die tagsüber erreichte maximale Höhe.
Gut zu wissen: Personen, die bereits unter AHK gelitten haben, haben ein erhöhtes Risiko für ein erneutes Auftreten.
Wer ist von Höhenkrankheit betroffen?
Etwa 25 % der Menschen sind ab 2.500 Metern betroffen, und 40 % ab 4.340 Metern – unabhängig von ihrer körperlichen Verfassung! Die Symptome treten in der Regel 4 bis 12 Stunden nach dem Aufstieg auf.
Ab welcher Höhe kann Höhenkrankheit auftreten?
Die meisten Reisenden können bis zu 1.500 oder sogar 2.000 Meter an einem Tag aufsteigen, ohne besondere Beschwerden zu verspüren. Darüber hinaus ist erhöhte Vorsicht geboten. Aber Achtung: Auch wenn es selten ist, können manche Menschen bereits ab 1.500 Metern unter leichter Atemnot, gestörtem Schlaf oder Kopfschmerzen leiden.
Symptome der Höhenkrankheit
Erste Warnzeichen
Zu den ersten Anzeichen gehören Kopfschmerzen, mögliche Übelkeit und Erbrechen, Reizbarkeit oder starke Müdigkeit. Auch Schwindel, ausgeprägte Schlaflosigkeit, Appetitverlust und ungewöhnliche Atemnot – selbst bei geringer körperlicher Anstrengung – können auftreten.
Diese Symptome können leicht mit einer Grippe oder Migräne verwechselt werden: Hören Sie gut auf Ihren Körper! Wenn Sie sich erst kürzlich in großer Höhe befinden, ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie unter Höhenkrankheit leiden.
Schwere Komplikationen: Lungen- und Hirnödem
In seltenen Fällen kann die akute Höhenkrankheit zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen.
- Das Höhenlungenödem (HAPE) entwickelt sich meist 24 bis 96 Stunden nach dem Aufstieg. Es beginnt mit einem anhaltenden trockenen Husten, der sich zu rosa oder blutigem Auswurf, starker Atemnot in Ruhe und bläulicher Hautverfärbung (Zyanose) entwickeln kann.
- Das Höhenhirnödem (HACE), seltener, verursacht starke Kopfschmerzen, die nicht auf Schmerzmittel ansprechen, Verwirrtheit, Koordinationsstörungen (Ataxie) und eine fortschreitende Bewusstseinsstörung bis hin zum Koma.
Beide Komplikationen sind medizinische Notfälle und erfordern einen sofortigen Abstieg. Eine Reiseversicherung mit Europ Assistance garantiert eine schnelle Organisation der Rückführung aus medizinischen Gründen.
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Wie kann man Höhenkrankheit vorbeugen?
Wenn Sie eine Bergtour planen, ist Prävention die beste Strategie zur Vermeidung von Symptomen. Sie basiert auf einer schrittweisen Akklimatisierung durch Etappenaufstieg und einer medizinischen Vorbereitung.
Akklimatisierungsregeln
| Höhe | Empfehlungen |
| Bis 3.000 m | Zwei Nächte zur Akklimatisierung auf mittlerer Höhe (2.000–2.500 m) verbringen |
| Über 3.000 m | Nicht mehr als 300–500 m über der Schlafhöhe des Vortages übernachten |
| Allgemeine Regel | Die Schlafhöhe ist entscheidend – vermeiden Sie es, zu hoch zu schlafen |
| Häufigkeit | Einen Ruhetag alle 1.000 m Höhengewinn einplanen |
Zusätzlich zu dieser Grundregel sollten Sie viel trinken, um klare Urinfarbe zu erhalten. Vermeiden Sie Alkohol und Schlafmittel in den ersten Tagen, reduzieren Sie intensive körperliche Anstrengung für 1–2 Tage nach der Ankunft, bevorzugen Sie kohlenhydratreiche Ernährung … und steigen Sie niemals allein in große Höhen auf!
Ärztliche Beratung vor der Abreise
Eine ärztliche Konsultation ist immer empfehlenswert, um sich gegebenenfalls Medikamente gegen die Symptome der Höhenkrankheit verschreiben zu lassen oder um einen Gesundheitscheck durchzuführen und vor der Abreise Ratschläge zu erhalten.
Wenn Sie in diesem Bereich oder in anderen gesundheitlichen Bereichen Vorerkrankungen haben, ist es umso wichtiger, einen solchen Termin zu planen.
Besonders betroffen sind Personen mit bestehenden oder früheren Erkrankungen der Lunge, des Herzens oder des Blutkreislaufs, da diese zu Problemen bei der Sauerstoffversorgung des Blutes in der Höhe führen können.
Medikamente gegen Höhenkrankheit
Mehrere Medikamente können zur Vorbeugung oder Behandlung der Höhenkrankheit eingesetzt werden, doch sie sind alle verschreibungspflichtig und ersetzen niemals eine schrittweise Akklimatisierung.
Acetazolamid (Diamox) ist das am häufigsten verwendete Präventivmittel. Seine Wirksamkeit ist nachgewiesen: Es kann das Risiko, an Höhenkrankheit zu erkranken, um 50 bis 75 % senken.
Es kann einige Tage vor dem Aufstieg und währenddessen eingenommen werden – jedoch nicht systematisch oder unüberlegt!
Da es bestimmte Gegenanzeigen und Nebenwirkungen hat, ist es unerlässlich, dass ein Arzt es verschreibt.
Andere Medikamente wie Kortikosteroide können im Notfall zur Linderung schwerer Symptome eingesetzt werden, aber nur ein Arzt kann die geeignete Behandlung für Ihre Situation bestimmen.
Lassen Sie sich daher unbedingt professionell beraten, um die beste Option für Sie zu finden.
Was tun bei Höhenkrankheit?
Leichte Symptome
- Den Aufstieg sofort stoppen
- 24 bis 48 Stunden auf gleicher Höhe ausruhen, bis die Symptome verschwinden
- Viel trinken, bis der Urin klar ist
- Schmerzmittel gemäß Dosierung einnehmen
Anhaltende Symptome
- 500 bis 1000 Meter absteigen
- Schnell einen Arzt aufsuchen
- Acetazolamid in Erwägung ziehen (nur auf Rezept)
Lebensbedrohlicher Notfall (HAPE oder HACE)
- Sofortiger, aber schrittweiser Abstieg erforderlich
- Sauerstoffgabe und Dexamethason, falls verfügbar
- Unverzichtbare medizinische Versorgung
Wie kann man Kopfschmerzen in der Höhe lindern?
Paracetamol oder Ibuprofen sind die ersten Mittel zur Behandlung von Kopfschmerzen.
Achten Sie außerdem auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Ruhe in einer ruhigen Umgebung.
Wenn Warnzeichen auftreten – wie Kopfschmerzen, die nicht auf Schmerzmittel ansprechen und zunehmend stärker werden, Erbrechen, Koordinationsstörungen oder Verwirrtheit – müssen Sie unverzüglich absteigen.
Ihre Reiseapotheke zur Vorbeugung gegen Höhenkrankheit
| Kategorie | Unverzichtbarer Inhalt |
| Verschreibungspflichtige Medikamente | Acetazolamid |
| Schmerzmittel | Paracetamol und/oder Ibuprofen |
| Verdauungsbeschwerden | Mittel gegen Übelkeit, Rehydratationsbeutel, Müsliriegel |
| Schutz | Sonnencreme mit LSF 50+, Lippenpflegestift, Augentropfen |
| Material | Thermometer, Pflaster, Desinfektionsmittel, Pulsoximeter |
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In Hochgebirgen können die Kosten für eine Evakuierung erheblich sein – je nach Dauer und Komplexität des Einsatzes.
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- Notfall- und Rettungskosten in den Bergen
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Alles über die akute Höhenkrankheit
Kann man Höhenkrankheit vollständig verhindern?
Selbst mit maximaler Vorsorge sind Symptome der Höhenkrankheit nicht völlig auszuschließen.
Wie bereits erwähnt, reduziert eine schrittweise Akklimatisierung das Risiko erheblich.
Wenn Ihr Arzt Ihnen Acetazolamid verschreibt, beachten Sie, dass dieses Medikament die Wahrscheinlichkeit, Symptome zu entwickeln, um 50 bis 75 % senken kann – als Ergänzung zu einem vorsichtigen Aufstieg.
Wie lange dauert die Akklimatisierung?
Der Körper beginnt sich innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach dem Aufstieg an die Höhe anzupassen.
Eine vollständige Akklimatisierung dauert jedoch mehrere Tage.
Ab 3.000 Metern kann es ein bis zwei Wochen dauern, bis sich der Körper vollständig angepasst hat.
Steigen Sie langsam auf und schlafen Sie ab 3.000 Metern nicht mehr als 300 bis 500 Meter höher als in der Nacht zuvor.
Wie vermeidet man Höhenkrankheit in Peru?
In Peru ist die Höhenkrankheit – lokal „Soroche“ genannt – keine Seltenheit. Das ist verständlich, da Städte wie Cuzco auf 3.399 Metern liegen! Um sie zu vermeiden, verbringen Sie einige ruhige Tage mit der Erkundung der Umgebung, ohne sich zu sehr zu verausgaben. Lassen Sie Ihrem Körper Zeit zur Anpassung und trinken Sie ausreichend!
Wenn Sie sich unwohl fühlen, zögern Sie nicht, einen Arzt aufzusuchen und einige hundert Meter abzusteigen, damit die Symptome abklingen.
Gehört Durchfall zu den Symptomen der Höhenkrankheit?
Ja, Durchfall kann ein mögliches Symptom der Höhenkrankheit sein. Er entsteht durch den physiologischen Stress der Höhe und Veränderungen der Darmtätigkeit infolge von Hypoxie.
Eine intensive Rehydrierung mit oralen Rehydratationsbeuteln kann erforderlich sein.
Kann man Homöopathie gegen Höhenkrankheit einsetzen?
Die Homöopathie bietet verschiedene Mittel gegen höhenbedingte Beschwerden an, darunter Coca 5 CH (präventiv), ergänzt durch Cocculus indicus 5 CH (gegen Übelkeit) und Arsenicum album 5 CH (gegen Angst und Schlafstörungen).
Achtung: Die Wirksamkeit der Homöopathie ist umstritten. Diese Mittel ersetzen keine schrittweise Akklimatisierung und keine konventionellen Behandlungen wie Acetazolamid (Diamox).
Die akute Höhenkrankheit kann tödlich sein. Bei Symptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel steigen Sie sofort ab und suchen Sie ärztliche Hilfe.
Warum habe ich Zahnschmerzen in der Höhe?
In der Höhe führt der sinkende Luftdruck zur Ausdehnung von eingeschlossener Luft in Karies, defekten Füllungen oder Zwischenräumen durch unvollständige Zahnbehandlungen.
Diese Ausdehnung übt Druck auf die Zahnnerven aus und verursacht mitunter starke Schmerzen.
Dieses Phänomen wird als Barodontalgie bezeichnet.
Tritt Höhenkrankheit im Flugzeug auf?
Nein, die klassische Höhenkrankheit tritt im Flugzeug in der Regel nicht auf. Die Kabinen von Verkehrsflugzeugen sind druckreguliert und halten einen Druck, der etwa einer Höhe von 1.800 bis 2.500 Metern entspricht – vergleichbar mit einem alpinen Skiort.
Diese Kabinenhöhe liegt deutlich unter der Schwelle, ab der die akute Höhenkrankheit normalerweise auftritt (über 2.500 Meter).
Schützt körperliches Training vor Höhenkrankheit?
Nein! Entgegen der landläufigen Meinung bietet körperliche Fitness keinen Schutz. Leistungssportler sind genauso häufig betroffen wie wenig aktive Personen. Training hilft, körperliche Anstrengung besser zu bewältigen, verhindert aber keine Hypoxie.
Warum sollte man Paracetamol oder Ibuprofen gegenüber Aspirin in der Höhe bevorzugen?
Aspirin hat blutverdünnende Eigenschaften. In großer Höhe treten relativ häufig Netzhautblutungen (kleine Blutungen im Augenhintergrund) auf.
Aus Vorsicht ist es daher besser, Paracetamol oder Ibuprofen zur Linderung von höhenbedingten Kopfschmerzen zu verwenden, da diese Medikamente keine blutverdünnende Wirkung haben.
Achtung: Wenn Sie Aspirin dauerhaft einnehmen, setzen Sie es niemals ohne ärztlichen Rat ab.
Sprechen Sie vor Ihrer Reise in die Höhe mit Ihrem Arzt, um Ihre Behandlung gegebenenfalls anzupassen.
Wie lange dauern die Symptome nach dem Abstieg an?
- Leichte Symptome: Besserung innerhalb von 12 bis 24 Stunden nach einem Abstieg von 500 bis 1.000 Metern. Die meisten Menschen erholen sich innerhalb von 1 bis 2 Tagen.
- Lungenödem (HAPE): Die Besserung tritt meist rasch nach dem Abstieg ein. Die vollständige Erholung erfolgt in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden unter medizinischer Aufsicht.
- Hirnödem (HACE): Ein sofortiger Abstieg ist lebenswichtig. Die Besserung kann schnell eintreten, aber eine strenge medizinische Überwachung über 24 bis 48 Stunden ist unerlässlich.
Welche Notrufnummern gelten in den Bergen?
Europäische Notrufnummer: 112 – funktioniert in ganz Europa, auch ohne SIM-Karte, sofern ein Netz verfügbar ist.
Spezialisierte Bergrettung:
- Schweiz: 1414 (Rega – Helikopterrettung) oder 144 (medizinische Notfälle)
- Frankreich: 112, 15 (SAMU) oder 18 (Feuerwehr). SMS an 114 möglich (für Gehörlose/Schwerhörige)
- Italien: 118 (medizinische Notfälle)
Tipp: Speichern Sie die lokalen Notrufnummern vor der Abreise in Ihrem Telefon und notieren Sie sie schriftlich.
Achtung: In Funklöchern sind Notrufe nicht möglich. Planen Sie Ihre Route sorgfältig und informieren Sie jemanden über Ihre Pläne!
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